Eine Reise mit zwei Asteroiden

Samantha & Bradley

Wir sind Samantha und Bradley – und wir nehmen euch mit ins Weltall.

Eine liebevoll gestaltete Reise von der Erde bis in den Asteroidengürtel
Das ist wirklich wahr

Wir sind zwei Asteroiden!

Hallo, ihr Weltraumforscher! Wir sind Samantha und Bradley – zwei echte Asteroiden. Zwischen Mars und Jupiter ziehen wir unsere Bahnen um die Sonne. Wollt ihr mehr über uns erfahren?

10 kmSamanthas geschätzter Durchmesser
5,8 kmBradleys geschätzter Durchmesser
4,24 JahreSo lange braucht Samantha um die Sonne
3,30 JahreSo lange braucht Bradley um die Sonne
Zwei Namen im Universum

So sehen wir im Weltall aus

Hier draußen, weit hinter dem Mars, ziehen wir unsere Bahnen um die Sonne.

(3147) Samantha
(2383) Bradley
Wie Samantha ihren Namen bekam

Ein Mädchen, dessen Brief Geschichte schrieb

Ich, Samantha, wurde am 16. Dezember 1976 von der Astronomin Ljudmila Iwanowna Tschernych am Krim-Observatorium entdeckt.

Mein Name erinnert an Samantha Smith. Als amerikanisches Mädchen schrieb sie im Kalten Krieg einen Brief an die sowjetische Führung und setzte sich für Frieden und Freundschaft ein.

Wir finden es wunderbar, dass ein Kind mit einem Brief so viel bewegen konnte. Und Samantha trägt diesen Namen nun durch unser Sonnensystem.

Vielleicht fragt ihr euch, was Samantha Smith damals geschrieben hat. Es war 1982: Viele Menschen hatten Angst, dass die USA und die Sowjetunion einen Atomkrieg beginnen könnten. Samantha war gerade zehn Jahre alt und beschloss, direkt nachzufragen.

So können wir uns ihren mutigen Brief auf Deutsch vorstellen:

November 1982 · Vereinigte Staaten
Sehr geehrter Herr Andropow,

ich heiße Samantha Smith und bin zehn Jahre alt. Ich habe erfahren, dass Sie jetzt die Sowjetunion führen.

Ich mache mir große Sorgen, dass unsere Länder eines Tages einen Atomkrieg beginnen könnten. Möchten Sie das verhindern? Und was werden Sie tun, damit es nicht dazu kommt?

Ich verstehe auch nicht, warum unsere Länder solche Angst voreinander haben. Warum können wir nicht einfach friedlich zusammenleben, statt um Macht und Grenzen zu streiten?

Ich wünsche mir, dass die Menschen auf der Welt glücklich und in Frieden leben können.

Mit freundlichen Grüßen,
Samantha Smith
1982

Historisch inspirierte, sinngemäße Nacherzählung auf Deutsch – kein Faksimile und keine wörtliche Übersetzung des englischen Originals. Mehr über den ursprünglichen Brief.

Und das Unglaubliche: Wir haben gelesen, dass Juri Andropow tatsächlich antwortete. Im April 1983 lud er Samantha sogar ein, die Sowjetunion zu besuchen. Im Sommer desselben Jahres reiste sie mit ihren Eltern dorthin und lernte Kinder ihres Alters kennen.

Wir finden: Man muss nicht erwachsen sein, um eine wichtige Frage zu stellen. Manchmal beginnt etwas Großes mit einem einzigen Brief.

Wie Bradley seinen Namen bekam

Unsere Spur führt nach Arizona

Ich, Bradley, wurde am 5. April 1981 von Edward L. G. Bowell an der Anderson-Mesa-Station des Lowell-Observatoriums bei Flagstaff in Arizona entdeckt.

Meinen Namen erhielt ich nach den Freunden meines Entdeckers, Martin und Maud Bradley. Dass auch ein Junge auf der Erde Bradley heißt, ist ein wunderbarer Zufall.

Mit ungefähr 5,8 Kilometern Durchmesser bin ich immer noch größer als so manche Stadt. Stellt euch vor, ihr müsstet von einer Seite zur anderen laufen – hier oben wäre das ein ganz schöner Ausflug.

Ich reise zwischen Mars und Jupiter um die Sonne. Für eine ganze Runde brauche ich ungefähr 3 Jahre und 4 Monate. Meine Reise ist jedes Mal anders, denn die Planeten bewegen sich währenddessen weiter auf ihren Bahnen.

Und ich habe noch einen Trick: Ich drehe mich in ungefähr 5,8 Stunden einmal um meine eigene Achse. Auf der Erde dauert das fast 24 Stunden. Bei mir würden Tag und Nacht also ziemlich schnell wechseln – obwohl es natürlich keine richtige Luft und keinen blauen Himmel gibt.

Entdeckt wurde ich von einem Astronomen, der den Nachthimmel beobachtete und dabei einen winzigen Lichtpunkt bemerkte, der sich vor dem Hintergrund der Sterne bewegte. So wurde aus einem kaum sichtbaren Punkt ein Himmelskörper mit einer eigenen Nummer und einem eigenen Namen: (2383) Bradley.

Unsere Adresse im Sonnensystem

Wo könnt ihr uns finden?

SonneErdeMarsBradleySamanthaJupiter

Ihr findet uns im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Unsere Karte ist vereinfacht und nicht maßstabsgetreu.

Samantha im Detail

Asteroid (3147) Samantha

Entdeckung: 16.12.1976
Vorläufige Bezeichnung: 1976 YU₃
Mittlere Sonnenentfernung: ca. 2,625 AE
Bahnumlauf: ca. 1.550 Tage
Rotation: ca. 5,27 Stunden
Durchmesser: etwa 10 km
Bahnneigung: ca. 3,55°
Albedo: ca. 0,07

Bradley im Detail

Asteroid (2383) Bradley

Entdeckung: 05.04.1981
Vorläufige Bezeichnung: 1981 GN
Mittlere Sonnenentfernung: ca. 2,218 AE
Bahnumlauf: ca. 3,30 Jahre
Rotation: etwa 5,8 Stunden
Durchmesser: ca. 5,823 km
Bahnneigung: ca. 3,57°
Albedo: ca. 0,227

Wir schauen genauer hin

Echte Bilder aus dem Weltall

Von uns beiden gibt es noch keine bekannten Nahaufnahmen einer Raumsonde. Darum weiß niemand ganz genau, wie unsere Oberflächen aussehen. Die Bilder auf dieser Seite sind künstlerische Vorstellungen von uns, keine echten Nahaufnahmen.

Wenn ihr sehen möchtet, wie andere Asteroiden aussehen, könnt ihr echte Aufnahmen von Vesta und Bennu betrachten.

NASA: Informationen und Bilder zu Asteroiden
NASA: Asteroid Vesta
NASA: Asteroid Bennu

Fragt uns über das Weltall

Sieben Fragen an uns

Sind wir Sterne?

Nein. Wir leuchten nicht selbst wie Sterne. Wir reflektieren das Licht unserer Sonne.

Könnt ihr uns von der Erde aus sehen?

Nein, dafür sind wir beide zu klein und zu weit entfernt. Um uns zu beobachten, braucht ihr leistungsfähige Teleskope und genaue Bahndaten.

Warum fallen wir nicht in die Sonne?

Weil wir uns gleichzeitig schnell seitwärts bewegen. So bleiben wir auf unseren Umlaufbahnen.

Wie leicht wärt ihr auf uns?

Sehr leicht! Unsere Schwerkraft ist winzig. Trotzdem wäre ein Besuch ohne Raumanzug und Sicherung gefährlich.

Wie lange müsstet ihr zu uns reisen?

Eine Raumsonde von der Erde könnte viele Monate oder sogar Jahre bis zu uns unterwegs sein. Es kommt auf ihre Flugbahn und ihren Antrieb an.

Wie alt sind wir?

Wir enthalten Material aus der Frühzeit des Sonnensystems – aus einer Zeit vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren.

Könntet ihr auf uns wohnen?

In Wirklichkeit könntet ihr nicht einfach auf uns wohnen: Uns fehlen atembare Luft und lebensfreundliche Bedingungen. Aber wer weiß? Vielleicht müsst ihr nur ein wenig an unserer Oberfläche kratzen, um darunter eine Überraschung zu entdecken …

„Wir sind weit entfernt – und trotzdem könnt ihr uns im Herzen ganz nah sein.“

Unsere Reise durch das Weltall geht weiter.